Propaganda made in Germany - die Ukraine im Visier deutscher Meinungsmacher

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Propaganda made in Germany - die Ukraine im Visier deutscher Meinungsmacher

Beitragvon Redaktion » Sonntag 15. Oktober 2017, 19:34

Propaganda made in Germany - die Ukraine im Visier deutscher Meinungsmacher

Bild Bild: delfi.lt

Von: Raúl Wolfgang Bruning

Als der ukrainische Autokrat von Moskaus Gnaden, Wiktor Janukowytsch, vor mehr als 3 Jahren das Assoziierungsabkommen aufkündigte, auf dem Euromaidan mehr als 150 unbewaffnete ukrainische Bürger ermorden ließ und Russland nach dessen Flucht die ukrainische Krim von russischen Soldaten annektieren ließ, den Angriffskrieg im ukrainischen Donbas begann, wusste die deutsche Öffentlichkeit noch nichts von Fakenews und Trollen. In der Ukraine waren sie 2004 bei der Orangenen Revolution kurz ein Thema, das aber eher in Vergessenheit geraten ist.
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Schnell wurden die Ausläufer des russischen Medienkrieges gegen die Ukraine auch in Deutschland sichtbar: Dutzende obskure Seiten und prorussische Sprachrohre in der deutschen politischen Landschaft, sowie Unmengen von neu kreierten Accounts wollten plötzlich "die Wahrheit" über die Ukraine verbreiten.

Deren Schlagwörter kennt jeder, der sich mit dem Thema auseinandergesetzt hat, mittlerweile aus dem ff:
- Nazi-Putsch in Kyiv
- Sezession der Krim
- NATO-Mächte hinter dem Euromaidan
- Antifaschisten gegen einen ukrainischen Völkermord im Donbas
- Ukrainischer Abschuss von MH17
- Ukraine ermordet Juden und Russen
- Stepan Bandera war ein Nazi, der nun Gott der Ukrainer ist
usw, usf.

Ein propagandistischer Cocktail, der in der oft antiwestlich gesättigten deutschen Medienlandschaft seine Wirkung rasch entfaltete

Für die seriösen Medien ein Anlass, die Dinge richtig darzustellen - von wegen! Teils aus Naivität, aus Überflutung mit prorussischen Inhalten, aus ideologischer Haltung und aus Opportunismus teilten selbst viele seriöse Medien russische Propaganda.

Das ZDF, das mit einer ausgesprochen prominenten Darstellung von nationalsozialistischer Symbolik auf den Helmen einzelner Mitglieder des damaligen Freiwilligenbattalions "Azov", Rückschlüsse auf alle Freiwilligen gezogen hat, die monatelange Weigerung, russische Soldaten als russische Soldaten in der Tagesschau entsprechend zu benennen, die unsäglichen offenen Briefe deutscher Politiker, die sich als russische Einflussagenten ihr Nebenbrot - politisch oder finanziell - verdienten und die Darstellung der ukrainischen Diaspora, die ihrer Heimat oft treu geblieben ist, als Faschisten durch drittklassige westdeutsche Provinzjournalisten, sowie das offen rassistisch-imperialistische Manifest von Erhard Eppler in der Süddeutschen Zeitung, waren dabei die wohl prominentesten Vorfälle, Talkshows mit offenem Desinformationscharakter mal außen vor.

Zusätzlich gab es Kanäle aus Russland, die auch ein Blinder mit Krückstock als Propaganda erkennen kann, siehe SPUTNIK & RT

Nach mehreren Jahren, politischen Offenbarungen des Kreml, russischer Einmischung in den US-Wahlkampf und die Bundestagswahl, könnte der geneigte Beobachter meinen, dass die Medien gelernt hätten, mit der russischen Propaganda umzugehen und sie entsprechend einzuordnen.

Ich muss sagen, ich bin enttäuscht. Von einer Lernfähigkeit kann oft keine Rede sein, so lieferten diese Woche der SPIEGEL & die ZEIT, beides linkslastige deutsche Wochenzeitungen, den Beweis mit ihrer Berichterstattung über den Tag des Verteidigers in der Ukraine.

An diesem Tag gedenken die Ukrainer denen, die für ihre Freiheit, für ihre Nation gefallen sind

Das sind nicht nur die, die bei der Unabhängigkeit der Ukraine unter den beiden Volksrepubliken im Kampf gegen die Bolschewiki gefallen sind, die, die im zweiten Weltkrieg gegen die deutschen Streitkräfte gefallen sind und die, die nun im Abwehrkrieg gegen Russland in der Ostukraine gefallen sind, sondern auch die, die als Mitglieder der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) und der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) im zweiten Weltkrieg beim Kampf gegen polnische Truppen, gegen sowjetische Truppen und gegen deutsche Truppen gefallen sind.

Wie so ziemlich alle Partisanenorganisationen war auch diese Organisationen nicht das, was wir als lupenrein demokratisch bezeichnen, sie waren nationalistisch und haben in Polen Verbrechen begangen, die bis heute nicht richtig aufgearbeitet wurden.

Soweit in der blutigen Zeit damals keine Besonderheit und auch nicht der Grund, warum dafür an diesem Tag von normalen Bürgern, konservativen und nationalkonservativen Politikern und rechten Aktivisten unter Fackeln und Fahnen auch der OUN/UPA gedacht wird. Ihr wird in der Ukraine nach wie vor gedacht, da sie für viele Bürger sinnbildlich für den blutigen Freiheitskampf der Ukraine, das Streben nach einer Nation stehen.

Der SPIEGEL & die ZEIT sahen das anders

Eindeutig war von Rechtsextremen, Rechtsradikalen, suggestiv von einer faschistischen Übernahme Kyivs die Rede. Genau so dürften auch SPUTNIK & RT Deutsch die Ereignisse sehen, keinerlei Differenzierung, keinerlei historische Auseinandersetzung, die Redaktion gefällt sich darin, mit Fakenews nach den 13,5% der AfD endlich mal wieder die Nazis der Anderen benennen zu können. Ob diese dann Nazis sind oder nicht, spielt dann offensichtlich keine Rolle mehr.

Genau dieser Mangel an Differenzierung, diese Halb- bis Unwahrheit ist das, was Fakenews ausmacht

Schlimmer ist der ideologische Hintergrund, denn gerade dieser macht solche Medienprodukte so gefährlich. Es entsteht der Eindruck, dass sich manche Redakteure geradezu in einen Wahn hineinsteigern, ihre oft antiwestliche Grundhaltung und ihr Wille, zwingend auch die andere Seite ohne Qualifizierung für voll zu nehmen, auf die Spitze zu treiben. SPIEGEL-Mitbesitzer Augstein, der den Westen und Israel besonders gerne "thematisiert", stellt da nur einen besonders exotischen Meinungsmacher dar.

Wer solche Texte verfasst, produziert Fakenews und führt Putins Medienkrieg im Westen

Angesichts solcher medialer Ausfälle braucht sich keiner über die Zuspitzung des medialen Klimas wundern, denn genau diese Art der Berichterstattung lässt den Leser an der Seriösität der etablierten Medien zweifeln. Zu Recht.

Falls die Medien das Vertrauen zurückgewinnen möchten, müssen sie sich von solchen Redakteuren trennen und strikt differenziert betrachten. Weniger Meinung, mehr Fakten. Bringt weniger Klicks, aber mehr Vertrauen.

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Über den Autor:
Raúl Wolfgang Bruning
Mitglied der Arbeitskreise "Europa" & "JUnge Migranten & Spätaussiedler" der Jungen Union Niedersachsen
Auszubildender zum Kaufmann für Spedition & Logistikdienstleistung

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